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WM-Torhüterin Almuth Schult: "Meine Zeit, denke ich, kommt noch"

schult210611Als einzige Zweitliga-Spielerin gehört U-20-Weltmeisterin Almuth Schult vom Magdeburger FFC zum deutschen Aufgebot für die am Sonntag beginnende Frauen-Fußball-WM. Volksstimme-Mitarbeiter Hans-Joachim Malli sprach wenige Tage vor Turnierbeginn mit der 20-jährigen Torhüterin, die in der kommenden Saison beim Erstligisten SC Bad Neuenahr spielen wird.

Quelle: www.volksstimme.de

Volksstimme: Am Wochenende hatte die Mannschaft noch einmal drei freie Tage. Wie haben Sie diese genutzt?
Almuth Schult: Ich war bei meinen Eltern in Lomitz, in meiner Heimat im Wendland. Da habe ich mich ausgeruht und Freunde getroffen. Auch meinen bevorstehenden Umzug habe ich weiter vorbereitet, wobei ein Großteil der Möbel noch in Magdeburg steht.

Volksstimme: Den Ball haben Sie während dieser Zeit sicherlich nicht in die Hand genommen?
Schult: Das stimmt nicht. Ganz ohne ging es auch in diesen drei Tagen nicht.

Volksstimme: Hinter Ihnen und Ihren Mannschaftskameradinnen liegt eine zehnwöchige Vorbereitung. Drohte da nicht einmal der berühmte Lagerkoller?
Schult: Nein, auf keinen Fall. Und wenn es doch einmal kurz davor war, dann bekamen wir frei, und es ging nach Hause.

Volksstimme: Die Anspannung vor dem Turnier ist sicherlich riesig. Wie lenkt man sich da ab?
Schult: Das Programm drumherum war sehr abwechslungsreich und hat Spaß gemacht. Als Team unternahmen wir Drachenbootfahrten, waren bei Boxerin Regina Hallmich zu Gast, hatten ein tolles Foto-shooting, waren zur Voraufführung des Tatort-Krimis "Im Abseits" im Kino sowie auf einer Rennstrecke.

Volksstimme: Sie sind neben Alexandra Popp die Zweitjüngste, absolvierten bisher noch kein A-Länderspiel. Was fühlten Sie bei Ihrer endgültigen Nominierung?
Schult: Ich habe mich natürlich sehr gefreut, war aber auch sehr überrascht, denn rechnen konnte ich damit keinesfalls. Das Alter spielte keine Rolle. Die Mannschaft stellt eine gute Mischung dar, auch von den verschiedenen Charakteren her.

Volksstimme: Mit wem teilen Sie sich bei der Nationalmannschaft das Zimmer?
Schult: Mit Lena Goeßling. Die ist ebenfalls eine der Jüngeren und kommt von meinem künftigen Verein SC 07 Bad Neuenahr.

Volksstimme: Wie empfinden Sie den Druck, der auf der Mannschaft liegt, zum dritten Mal in Folge Weltmeister werden zu können, noch dazu im eigenen Land?
Schult: Wir wissen natürlich, dass wir unter Druck stehen. Doch man weiß ja vorher nie, was am Ende rauskommt. Auch bei der U-20-WM im Vorjahr war das so. Um so schöner war es dann, dass es am Ende mit dem Titel klappte. Andere haben auch Druck. Die USA, obwohl Ranglisten-Erster, haben sich erst auf dem letzten Drücker für die Endrunde qualifiziert.

Volksstimme: Aber die Ergebnisse der letzten Testspiele stempeln sie doch zum eindeutigen Favoriten?
Schult: Die Vorbereitungsspiele sind kein Maßstab. Wir standen im Gegensatz zu Holland und Italien voll im Saft. Wir denken von Spiel zu Spiel, wollen erst einmal die Vorrunde überstehen und das Viertelfinale erreichen. Das wird eine harte Nuss.

Volksstimme: Was erhoffen Sie sich von der Heim-WM?
Schult: Natürlich, dass sie ein Erfolg wird und die Aufmerksamkeit für den Frauen- und Mädchenfußball noch größer wird. Auch die Männer werden hoffentlich sehen, dass der Frauenfußball in den letzten Jahren besser und noch attraktiver geworden ist, selbst wenn sich zum Beispiel Australien und Äquatorial-Guinea gegenüberstehen.

Volksstimme: Werden Ihre Eltern und Freunde die Spiele im Stadion live verfolgen?
Schult: In Berlin sind sie dabei. Das Besorgen der Karten ist gar nicht so einfach. Ich musste sie selbst bestellen und auch bezahlen. Die Freikarten reichen nicht einmal für die Familie. Da das Kontingent die FIFA regelt, musste ich auch einigen Freunden leider absagen. 

Volksstimme: Hoffen Sie auf einen Einsatz während der Endrunde?
Schult: Das glaube ich nicht. Nadine Angerer ist als Nummer eins klar gesetzt. Ich glaube nicht, dass sich das ändert. Aber meine Zeit, denke ich, kommt noch.