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Almuth Schult: Die Nummer eins aus Liga zwei

schult_aAm Montag war Powershopping angesagt. Die U 20-Frauen nutzten ihren freien Tag, um sich in den Einkaufsmeilen von Bochum und Umgebung auszutoben. Auch U 20-Torfrau Almuth Schult machte regen Gebrauch von der Möglichkeit, die Konsumtempel der Region aufzusuchen. Abschalten, loslassen, auftanken. Ehe es dann wieder am Dienstag hochkonzentriert in die Vorbereitung für das WM-Halbfinale gegen Südkorea (Donnerstag, ab 15.30 Uhr, live bei Eurosport) geht.

Mit einer Almuth Schult im Tor, die gestärkt aus dem mit 2:0 gewonnenen Viertelfinale gegen Nordkorea geht. Denn zum ersten Mal beim WM-Turnier blieb sie ohne Gegentor. Ein Zeichen für die fortschreitende Entwicklung des Teams, wie die 19-Jährige vom Zweitligisten Magdeburger FFC unterstreicht: „Wir haben uns kontinuierlich gesteigert, harmonieren immer besser, setzen die taktischen Vorgaben gut um und funktionieren im Mannschaftsverbund. Aber wir haben auch viele starke Einzelspielerinnen, sind variabel und bisher immer in der Lage gewesen, gegen die Gegner zu agieren und gute Lösungen zu finden, um erfolgreich zu sein. Dass wir zu Null gespielt haben, ist Resultat unserer Leistungssteigerung.“

Selbstbewusst und scharfsinnig

schult_bPräzise bringt es die in Dannenberg geborene, 1,80 m große Torfrau auf den Punkt. Sie gilt als eine, die ihre Meinung sagen kann, die Dinge klar anspricht, aber auch häufig hinterfragt. Selbstbewusst ist sie außerhalb des Platzes, selbstbewusst tritt sie auch darauf auf. Dass sie im Viertelfinale gegen Nordkorea ohne Gegentreffer blieb, hat ihr gut getan. „Klar bestärkt einen das umso mehr. Aber ich, weiß es gibt noch Steigerungspotenzial. Man kann sich immer verbessern.“

Die stetige Motivation, das Beste aus sich herauszuholen, begleitet ihre Laufbahn von Beginn an. Ins Tor kam sie eher zufällig, spielte zunächst im Feld. „Unser Torwart konnte nicht mehr auflaufen, weil er umzog, deshalb hat der Trainer alle Feldspieler auf dieser Position getestet. Und da habe ich offensichtlich einen nicht ganz so schlechten Eindruck gemacht“, erinnert sie sich und schmunzelt.

Spagat zwischen Held und Depp

Heute kann sie sich keine bessere Position vorstellen. „Der Torwart ist ein besonderer Mensch auf dem Platz. Man muss in wenigen Sekunden Entscheidungen treffen. Die Spanne zwischen gut und schlecht, zwischen Held und Depp, die macht es aus. Das ist das Faszinierende.“

Über ihren Jugendverein FC SG Gartow kam sie zum Bundesligisten Hamburger SV, ehe sie sich dem Magdeburger FFC anschloss. Von der ersten in die zweite Liga zu wechseln – auf den ersten Blick schwer nachzuvollziehen, aber eine individuelle Entscheidung, die zu ihrem Charakter passt. Denn ausschlaggebend war für Almuth Schult, die im Oktober ein Sport- und Psychologie-Studium beginnt, dabei nicht die Klassenzugehörigkeit, sondern der Wohlfühlcharakter. Der Schritt in die zweite Liga – eine bewusste Entscheidung.

Schult: „Jeden Moment genießen“

In Magdeburg fühlt sie sich wohl, so wie auch in der U 20-Nationalmannschaft. Jedes WM-Spiel genießt sie in vollen Zügen. „Man saugt alles auf, jeden dieser schönen Momente. Wenn man ins Stadion einläuft, alle klatschen und dann bei der Nationalhymne mitsingen. Diese große Unterstützung, diese vollen Stadien. Das ist wirklich wie ein Märchen.“

Dieses kleine Sommermärchen soll möglichst erst am Sonntag im Finale in Bielefeld enden. Almuth Schult, zu deren Stärken Ballgefühl, ein gutes Spielverständnis und die Fähigkeit, klare Anweisungen zu geben zählen, will ihren Teil dazu beitragen, dass die erfolgreiche Geschichte weitergeschrieben wird. Und sie glaubt nicht, dass ihre Mannschaft auf den letzten Metern verkrampfen könnte. „Wenn man seinem Ziel näher kommt, etwas greifbar ist, dann kommt natürlich auch die Anspannung. Aber ich denke, dass das auch positiv ist, wir genau wissen, dass wieder Zuschauer kommen, die uns unterstützen werden und wir auf einer Welle der Euphorie noch mehr Leistung rausholen können.“

Almuth im Video auf DFB-TV
Quelle: www.dfb.de